Prophylaktisches Bombardieren

Wir hatten das schon öfters. Obwohl ein Sachverhalt ungeklärt ist, wird er einer (Kriegs-)Partei zugewiesen und diese vorsichtshalber mal bombardiert. Man weiß  ja nie, wozu’s gut ist. In Syrien fällt der Verdacht aus westlicher Sicht zumeist auf Assad, obwohl sich dies in der Vergangenheit schon oft falsch herausgestellt hat. Und so nimmt Donald Trump seine Kriegstaufe vor und bombaridert syrisches Militär. Und dann wundert man sich in den USA, warum man in arabischen Medienkommentaren den Terroristen zugeordnet wird.

Deutsche Medien freuen sich, dass die USA „endlich Verantwortung“ übernimmt – syrische Oppositionspolitiker jubeln über den Kriegseinsatz und ordnen sich anscheinend den „Rebellen“ zu, die anderswo auch nur „Terroristen“ heißen. Medien als Vierte Gewalt? Eher selten. Medien als friedensstiftende Partei, nur noch rar. Medien als Kriegstreiber? Schon eher, denn viele scheinen sich über den „Beginn“ des Einsatzes zu freuen. Was kommt als nächstes? UNO statt NATO? Unwahrscheinlicher denn je. Völkerrecht? Nicht für Araber.

Hier ein Interview mit Karin Leukefeld, einer in Syrien verbliebene Journalistin, die weiß wovon sie spricht:

Giftgas und US-Luftschlag – Karin Leukefeld berichtet aus Damaskus

Giftgas und US-Luftschlag – Karin Leukefeld live aus Syrien Brandgefährlich – nicht nur Saudi Arabien, Katar, Israel und die Türkei, sondern auch die deutsch…

Source: www.youtube.com/watch?v=KRIvDT37Opo

About Schiffer

Gründung (2005) und Leitung des gemeinnützigen Instituts für Medienverantwortung IMV

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