Corona: Über Virologen und die Hintergründe der Privatisierung essentieller (Gesundheits-)Bereiche

Die Schweinegrippe-Pandemie war im Frühjahr 2009 von der WHO ausgerufen worden. Zuvor hatte diese einen Pandemie-Plan entwickelt, an dem auch industriefinanzierte Lobbyorganisationen mitwirkten. Die Pandemie-Kritierien wurden abgesenkt. „Gäbe es die moderne molekulare Medizin nicht, mit ihren Genanalysen, Antikörpertests und Referenzlabors“ schrieb der „Spiegel“ am 8. März 2010, dann hätte die Schweinegrippe „die Welt erobert, und kein Arzt hätte etwas davon gemerkt“. Doch es sei anders gekommen, so das Magazin: „Systematisch haben Seuchenwächter, Medien, Ärzte und Pharmalobby die Welt mit düsteren Katastrophenszenarien eingestimmt auf die Gefahr neuer, bedrohlicher Infektionskrankheiten.“

Am 4. Januar 2010 wurde die Pandemie für beendet erklärt. Weltweit hatte sie 18.400 Tote gefordert – deutlich weniger als die 25.100 Toten der Grippewelle im Winter 2017/18 in Deutschland. „Für die Hersteller von Impfstoffen und Neuraminidasehemmern haben sich die von der WHO verbreiteten Pandemieleitlinien als wahres Konjunkturprogramm erwiesen“, berichtete das „Arznei-Telegramm“ unter Berufung auf die Tageszeitung FAZ vom 21. April 2010. „1,1 Milliarden Dollar Umsatzsteigerung im ersten Quartal 2010 allein bei der Firma Novartis gehen auf Verkäufe von Schweinegrippeimpfstoffen zurück. Der Reingewinn des Konzerns stieg in diesem Zeitraum um rund die Hälfte.“

Der Rabe Ralf, die Berliner Umweltzeitung, ist ein Kostenlosblatt und sehr lesenswert. Die aktuelle Nummer geht u.a. mit einem sorgfältig recherchierten Beitrag von Elisabeth Voß auf die Polaritäten in der Corona-Debatte ein und klärt wichtige Hintergründe – Lesebefehl! – – –

About Sabine Schiffer

Gründung (2005) und Leitung des gemeinnützigen Instituts für Medienverantwortung IMV in Berlin, seit 2018 Professur für Journalismus und Kommunikation an der Hochschule für Medien Kommunikation und Wirtschaft HMKW in Frankfurt/Main
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